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Hilfst du mir, helfe ich dir - Gewaltiger Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur Generationengenossenschaft GenoEifel eG

31.05.2017

Wolfgang Merten war „überwältigt vom Andrang“, Malte Duisberg „sehr froh, dass Sie so zahlreich erschienen sind“. Tatsache ist: Wenn noch ein paar Leute mehr gekommen wären, hätte die Auftaktveranstaltung der Generationengenossenschaft GenoEifel eG in eine andere Lokalität verlegt werden müssen. Denn der kleine Kursaal im Gemünder Kurhaus platzte buchstäblich aus allen Nähten, der große Kursaal wäre zur Not frei gewesen. Die fleißigen Helfer der VR-Bank Nordeifel eG schafften von dort noch eilig Stühle herbei, dennoch mussten einige der rund 160 Besucher stehen. Auch die ausgelegten 100 Beitrittserklärungen waren flugs vergriffen.

Das Interesse an diesem im Kreis Euskirchen und der Eifel einmaligen Konzept war und ist gewaltig. Es geht vereinfacht gesagt darum, dass Menschen anderen, meist älteren Menschen in alltäglichen Situationen helfen – bei der Gartenarbeit, der Hausarbeit oder sich einfach mal eine Stunde pro Woche Zeit nehmen. „Die Grundidee zur Generationengenossenschaft, die damals noch eine Seniorengenossenschaft werden sollte, hat unser Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen von einem Seminar in Baden-Württemberg mitgebracht“, berichtete VR-Bank-Nordeifel-Vorstand Wolfgang Merten, gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der GenoEifel eG.

Unterstützt wird die Generationengenossenschaft mit Leader-Mitteln. 118.000 Euro fließen aus diesem EU-Maßnahmenprogramm bis 2022 an die GenoEifel, hinzu kommen 63.000 Euro von Dritten, darunter auch von der VR-Bank Nordeifel eG sowie deren Stiftung, der Dr.-Axe-Stiftung aus Bonn, der Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd und der Heinen-L’homme-Weishaupt und Partner Steuerberater Partnerschaft mbB. Mitglieder der Generationengenossenschaft erwerben außerdem für 50 Euro einen Geschäftsanteil, pro Jahr werden außerdem 40 Euro Mitgliedsbeitrag fällig.

Dieses Geld wird nicht nur zum Aufbau der GenoEifel eG benötigt, sondern auch um die Gehälter der beiden festen Mitarbeiterinnen Corinne Rasky und Marita Manderfeld zu bezahlen, die derzeit ein Büro im Kaller Rathaus bezogen haben und im Jahr 2019 ins „Haus der Begegnung“ umziehen sollen, das neben dem Rathaus entsteht. Übrigens: Wer sich die Beiträge nicht leisten kann, soll in Zukunft von einem noch einzurichtenden Hilfsfonds partizipieren.

Doch warum ist eine Generationengenossenschaft überhaupt nötig? „Es gibt im Gegensatz zu früher keine Mehrgenerationenhaushalte mehr“, erklärte Vorstandssprecher Malte Duisberg. Heute würden Eltern bei ihren Kindern nach dem Prinzip verfahren „Lerne war, leiste was, geh‘ hinaus in die Welt und werde was“. Zwar gebe es schon das Netzwerk an Urft und Olef, Koordinatorin ist wie bei der GenoEifel Corinne Rasky, doch das beschränke sich auf Freizeitaktivitäten.

Leistungsempfänger und Leistungsgeber

„Bei uns geht es um gegenseitige Hilfestellungen, wir wollen Menschen zusammenbringen, die Bedarf haben“, erklärt Duisberg. Unterschieden wird bei der Generationengenossenschaft zwischen Leistungsempfänger und Leistungsgeber. Damit das Konzept funktioniert, werden beide Seiten benötigt.

Neun Euro Stundenlohn zahlen die Leistungsempfänger auf ein Konto ein. Drei Euro davon gehen an die GenoEifel eG. „Nach der Förderung muss sich die Genossenschaft selbst tragen“, erklärt Wolfgang Merten. Die restlichen sechs Euro erhalten die Leistungsgeber, die sich das Geld auch auf einem Zeitkonto gutschreiben lassen können, das Geld also „parken“ und später, wenn sie Hilfe benötigen, wieder abrufen. Als Vermittler dienen Corinne Rasky und Marita Manderfeld. Die werden beide Seiten auch interviewen, damit der Leistungsgeber genau weiß, was auf ihn zukommt. Wichtig auch: Weil es sich bei der GenoEifel um eine gemeinnützige Genossenschaft handelt, ist der Leistungsgeber auch über die Berufsgenossenschaft versichert.

Doch was für Arbeiten sind überhaupt vorstellbar? Es geht um Begleitung bei Terminen, Fahrdienste, Besuche inklusive Gesellschaft leisten und Gesellschaftsspielen, Entlastungen im Alltag und Hilfen im Haushalt, Einkaufsdienste, „auf Rädern zum Essen“, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsame Ausflüge oder gemeinsames Wandern oder auch Gartenarbeit. „Ich selbst fahre zweimal im Jahr zu einer Tante nach Wuppertal, weil ich ihre Matratze wenden muss. Alleine kann sie das nicht mehr“, erklärte Malte Duisberg und betonte: „Wir sind aber kein professioneller Anbieter und wollen uns klar abgrenzen von allen Handwerkerleistungen, denn wir wollen keine Konkurrenz darstellen.“

Auch wenn die Hauptzielgruppe die Senioren sind, richtet sich das Angebot der GenoEifel nicht nur an diese. „Als Mama weiß ich, dass auch jüngere Menschen Hilfe benötigen“, sagte Corinne Rasky und meint Babysitter-, Begleit-, Hol- und Bringdienste für die Kinder, Kinderbetreuung in den Kita-Randzeiten oder eine Leseoma oder einen Leseopa.

Erreichbar ist die GenoEifel eG im Rathaus Kall unter 02441/88861 oder per E-Mail unter info@genoeifel.de. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.genoeifel.de, außerdem liegen in allen Filialen der VR-Bank Nordeifel eG Broschüren aus, die auch Beitrittserklärungen beinhalten. In Zukunft sollen sich in Ortschaften Kümmerer finden, die als ehrenamtliche Ansprechpartner fungieren. „In Sistig, Scheven und Schmidtheim gibt es schon welche“, berichtete Malte Duisberg.

Beschränkt ist das Angebot zu Beginn auf die sechs Südeifelkommunen Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Nettersheim und Schleiden sowie auf das Stadtgebiet Mechernich. Das Gebiet soll aber nach und nach auf den gesamten Kreis Euskirchen und sogar auf die Leader-Region, zu der auch Teile von Aachen und Düren gehören, ausgeweitet werden. „Wir müssen die GenoEifel aber zuerst ans Laufen bekommen“, sagte Wolfgang Merten. Den Grundstein, der eher die Wirkung eines Meilensteins hatte, haben alle Beteiligten im Gemünder Kurhaus gelegt.

pp/Agentur Profipress

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