Die Nordeifel zeichnet sich durch zahlreiche hochrangige archäologische Denkmäler aus. Von der Zeit des Neandertalers bis in die jüngste Vergangenheit haben unterschiedlichste Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Bodendenkmäler wie vorgeschichtlich besiedelte Höhlen und Ringwälle, römische Villen und Heiligtümer sowie mittelalterliche Burganlagen finden sich hier ebenso wie geschichtsträchtige Zeugnisse früher industrieller Produktion, des Bergbaus und der Weltkriege. Doch Gästen und Einheimischen ist dieser besondere historische Reichtum der Eifeler Landschaft bislang häufig nicht bekannt.
Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland möchte die archäologischen Denkmäler zusammen mit den Städten und Gemeinden in der Eifel verstärkt der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Instandsetzung, Sicherstellung der dauerhaften Pflege und die touristische Entwicklung der Bodendenkmäler stehen dabei im Mittelpunkt.
Mit rund 40.000 Euro unterstützt das LEADER-Programm der Europäischen Union nun das Projekt „Archäologische Landschaft Nordeifel“. Wie Alexander Sobotta, Regionalmanager der LEADER-Region Eifel, erläuterte, nehmen 13 Städte und Gemeinden in den Kreisen Düren und Euskirchen sowie der Städteregion Aachen mit 24 Denkmälern am Projekt teil. Die Kommunen beteiligten sich zudem zusätzlich mit insgesamt rund 50.000 Euro. Den restlichen Teil der Gesamtkosten von rund 180.000 Euro bringt der Landschaftsverband Rheinland, unterstützt durch das Denkmalförderungsprogramm des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, in Form der personellen Begleitung der Maßnahmen in das Projekt ein.
Für Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick sind die Mittel gut angelegt. Beim Projektauftakt am römischen Aquädukt in Mechernich-Vussem betonte er die historische Bedeutung und den Wert für den Tourismus, den die Relikte der römischen Eifelwasserleitung, aber auch die Kakushöhle oder der römische Steinbruch an den Katzensteinen im Mechernicher Stadtgebiet haben.
Dr. Ulrike Müssemeier, Projektleiterin beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege machte am Beispiel des römischen Aquäduktes die Projektmaßnahmen deutlich. So werde das dringend sanierungsbedürftige Bauwerk neu verfugt, um die Erhaltung sicherzustellen. Eine Erläuterungstafel werde in Kürze die Geschichte des Aquäduktes veranschaulichen, aber auch auf andere Ausflugsziele in der „Archäologischen Landschaft Nordeifel“ verweisen. Die inhaltliche Aufbereitung der Denkmäler zur Vermarktung im regionalen Tourismus sei ebenso ein wichtiges Projektziel.
Die Initiatoren folgen dabei dem allgemeinen Trend zur Wiederentdeckung des historischen Erbes für das Kulturlandschaftserlebnis. So bestehen Schnittstellen und Ergänzungsmöglichkeiten mit anderen aktuellen überregionalen Projekten wie dem „Erlebnisraum Römerstraße“ in der Regionale 2010 und der „Straße der Römer“, einer weiteren Vermarktungsinitiative der LEADER-Region Eifel.
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