Pressemitteilung
Nideggen und Nettersheim/Eifel, 12. Mai 2010
Zukunft für die Eifeler Streuobstwiesen
Große Resonanz bei landesweit einmaliger Tagung auf Burg Nideggen. Über 80 Interessierte aus der Region sowie Fachleute aus ganz NRW und darüber hinaus folgten der Einladung des Zentrums für Ländliche Entwicklung (ZeLE) und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) in Nideggen, über Nutzung und Erhalt der Eifeler Streuobstwiesen zu diskutieren. Zu Fördermöglichkeiten, Vermarktung und Naturschutz berichteten die von der ZeLE eingeladenen Fachleute. Aktive aus der Region stellten ihre Arbeit dar.Anschließend gab es einen bislang einzigartigen Austausch zwischen Obstwiesenbesitzern und Interessierten über die Zukunft der Streuobstwiesen der Nordeifel. Die Diskussion wurde während einer Obstwiesen-Exkursion in Kreuzau-Boich lebhaft fortgeführt.
Streuobstwiesen gehören zu den prägenden Elementen der Kulturlandschaft in der Eifel und sind ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. „Der Erhalt der Streuobstwiesen als landschaftstypisches Element der Eifel liegt mir sehr am Herzen“, begrüßte Margit Göckemeyer, Bürgermeisterin der Stadt Nideggen, die Teilnehmer.
„Die Eifeltypischen Streuobstwiesengürtel dienen selten gewordenen Tierarten wie dem Steinkauz oder Grünspecht als Lebensraum“, so Adalbert Niemeyer-Lüllwitz, Leiter der NUA.
Früher stellte die Nutzung der Streuobstwiesen einen Teil der bäuerlichen Versorgung im ländlichen Raum sicher, was heute selten geworden ist. Pflege und Ernte sind für viele Besitzer unwirtschaftlich. Eigens entwickelte Förderprogramme sollen Obstwiesenbesitzer unterstützen, alte Bestände durch Pflege und Nachpflanzung zu erhalten. Die Biostationen der Kreise Aachen, Düren und Euskirchen helfen bei der Antragstellung.
Die Regionalmarke Eifel stellte sich als Markenlabel mit hohem Anspruch an Qualitäts- und Markensicherung vor. Saft und Obstbrand von Streuobstwiesenfrüchten werden bereits von Renette Eifeler Obstwiesen e.V. und Föno GbR unter der Regionalmarke Eifel vermarktet. Das Wissen um regionale Obstsorten und die Pflege der Hochstammobstbäume ist nahezu verloren gegangen. Die Tradition der Obstbaumwarte in der Eifel, die dieses Wissen weitergeben können, soll fortgesetzt werden. „50 Obstbaumwarte sind frisch ausgebildet als Ansprechpartner vor Ort in den 15 LEADER-Kommunen der Städteregion Aachen und der Kreise Düren und Euskirchen. Man kennt sich untereinander, der kurze Weg zählt“, so Ursula Gerke, Projektleiterin des EULEADER- Projekts Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen.
„Die Wiederbelebung des Obstbaumwartes ist ein Meilenstein für die Nordeifel.“ Egbert Wilhelm, Leiter Amt für Landschaftspflege und Naturschutz im Kreis Düren: „Das Kompetenznetzwerk ist ein Aktionsbündnis. Wir unterstützen eine endogene Entwicklung aus der Region für die Region“.
Herbert Theissen, Biologische Station im Kreis Aachen e.V., erwartet, „dass wir einen Schritt weiterkommen mit der Einführung der Obstbaumwarte und der Initialisierung landesweiter Projekte“.
Udo Zerfowski, Renette Eifler Obstwiesen e.V., schließt: „hier sind jung und alt zusammengekommen, lasst uns den Boskoop beim Schopf packen und beginnen!“.
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