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„Trekkingnetzwerk Eifel – Jung, engagiert sucht Wanderweg“

06.04.2020

Wandertourismus hat in den letzten Jahren  eine immer wichtigere Rolle in der ländlichen Entwicklung eingenommen. Durch steigende Nachfrage an Wanderangeboten haben viele Freizeitregionen Deutschlands erheblich profitieren können (HINZE 2012). Auch die bestehende Wettbewerbsfähigkeit der Eifel wird weiterhin von der Bereitstellung qualitativ hochwertiger und zielgruppenorientierter Wanderangebote abhängig sein. Insbesondere die Bindung junger Zielgruppen ist dabei entscheidend (DWV 2010).

Einen elementaren Beitrag zum bisherigen Erfolg des Wandertourismus der Eifel geht auf ehrenamtliches Engagement der Wandervereine zurück (DWV 2010). Allerdings birgt eine Überalterung der Mitglieder sowie fehlender Nachwuchs derzeit das Risiko von Qualitätseinbußen im Wegenetz. Schon heute wird die Anzahl an regional betreuten Wanderwegen zurückgefahren, da der Pflegeaufwand nicht mehr leistbar ist (WS 2013).  Hauptamtliches Engagement alleine kann diese Entwicklung nicht abfedern, da die personelle Infrastruktur, welche hierzu notwendig wäre, finanziell nicht tragbar ist (DWV 2010). Dabei ist es nicht etwa mangelnde Bereitschaft junger Menschen zur Freiwilligenarbeit, sondern veränderte Anforderungsprofile für ehrenamtliches Engagement (FWS 2009).   Räumliche Mobilität und damit verschwindende soziale Wurzeln wirken als Hindernisse, (berufliche) Qualifikationsmöglichkeiten, gute Informationsmöglichkeiten und Berücksichtigung des medialen Wandels wirken hingegen als Anreize. Klassische Vereinsstrukturen stoßen hier zunehmend an Ihre Grenzen. Ohne eine gezielte Nachwuchsförderung, welche diese Trends berücksichtigt, wird es erhebliche Auswirkungen auf die Pflege und Wettbewerbsfähigkeit der Wanderinfrastruktur in der Eifel geben. Gerade die Kerntätigkeiten der Wandervereine, wie etwa Wanderwegmarkierungen und Sicherstellung der Beschilderungen, sind ausschlaggebende Kriterien für den Besuch einer Region (DWV 2010). Der Erfolg der Eifel als Wanderdestination wird somit auch zukünftig in enger Abhängigkeit zur Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement stehen.

Dabei bietet speziell diese Konstellation Chancen für ein voneinander profitierendes Wechselspiel.
Die wachsende Zielgruppe für touristische Wanderangebote entspricht den gesuchten Mitgliedern in den Wandervereinen: junge Wanderbegeisterte.

Laut Aussagen des Deutschen Wanderverbands sind es vor allem erlebnisorientierte Wanderungen, welche künftig für junge Menschen von Bedeutung sind (DWV 2010). Dabei ist Trekking unter den Wandervarianten mit Abstand am Beliebtesten (BFN 2010). Trekking, das ist die Wanderung von Ort zu Ort, ohne Rückkehr an einen festen Standort bei Übernachtung in der Natur.  Gleichzeitig ist das Angebot entsprechender Trekkingmöglichkeiten in Deutschland noch äußerst gering. Mit dem Konzept „Eifel-Trekking“ im Naturpark Nordeifel wurde 2016 erstmals ein Angebot für Trekkingsportler in NRW geschaffen. Auf sogenannten Naturlagerplätzen dürfen Wanderer für eine Nacht mit dem Zelt im Freien übernachten. Eine Auslastung von 62% in der ersten Saison und die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2016 sprechen für den Erfolg und Ausbau der Maßnahme.

Im Projekt „Trekkingnetzwerk – Jung, engagiert sucht Wanderweg“ soll das Interesse am Trekking dazu genutzt werden, junge Menschen für  freiwilliges Engagement in der Wanderinfrastruktur auf innovative Weise zu aktivieren. Kernidee ist die Verknüpfung von Naturlagerplätzen durch den qualitativen Ausbau bestehender Wanderwege zu einem ehrenamtlich getragenen Trekkingweg. Modellhaft sollen um den Weg neue Betätigungsfelder, Teilnahme- und Kommunikationsstrukturen für junge Menschen geschaffen werden, welche den aktuellen Entwicklungen für freiwilliges Engagement Rechnung tragen. Übergeordnete Ziele sind die Unterstützung regionaler Wandervereine beim Umgang mit demographischen Herausforderungen, die Anwerbung junger Mitglieder sowie der Erhalt und die Stärkung des Wanderangebots in der Eifel. Die modellhaft erprobten Ergebnisse sollen für ländlich geprägte Vereine aller Art nutzbar gemacht werden.
Maßnahmen:

•    Aufbau eines Trekkingnetzwerkes:
Zur Koordination des Engagements wird ein soziales Netzwerk für Trek¬kinginteressierte aus der Eifel sowie Menschen, die sich in der Eifel engagieren möchten, aufgebaut. Es dient der Vorbereitung und Koordination gemeinsamer Projekte, dem sozialen Austausch und der Abstimmung mit Verwaltung, Wirtschaftsförderungen, Naturschutz, Jagd und Tou-rismus. Es soll eine breite Arbeitsteilung gewährleisten und den Netzwerkmitgliedern den Raum und Unterstützung für die Umsetzung eigener Ideen bieten. In der Anfangsphase liegt der Schwerpunkt auf Schulungen und Wissenstransfer im Themenfeld der Nachwuchsför-derung und der Recherche & Entwicklung innovativer Teilnahme- und Kommunikations-strukturen. Das Netzwerk baut auf den vorhandenen organisatorischen Strukturen auf. Ge-eignet ist zum Beispiel die Integration in die Online-Präsentation der Deutschen Wanderju-gend im Eifelverein. Durch den Web-basierten Austausch entfallen z.B. aufwändige, fest terminierte Vereinssitzungen. Vorbild für die Organisation sowie Kooperationspartner ist der Verein outdoorseiten.net e.V..

Zum Aufbau des Netzwerkes dient vor allem:
o    Personelle Begleitung in der Initialphase für die Ansprache von Netzwerkpartnern, Abstimmung mit regionalen Trägern des Wandertourismus (Wirtschaftsförderung, Touristische Arbeitsgemeinschaften, Kommunen, Campingwirtschaft u.a.), Gewinnung von Mitgliedern, Einrichtung der Web-Plattform, Öffentlichkeitsarbeit, ggf. Gründung einer Trägerorganisation (Verein, Genossenschaft o.ä.)
o    Einrichtung bzw. technische Erweiterung einer Online-Kommunikationsplattform
o    Zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit

•    Entwicklung eines Trekkingweges:
Um schnell Netzwerkmitglieder und Multiplikatoren zu gewinnen, werden unter Berücksichtigung der entwickelten Teilnahmestrukturen Startmaßnahmen zum Aufbau eines Trekkingangebotes unterstützt, z.B. Kriterienentwicklung für einen Trekkingweg, Routensuche, Aufbereitung von Routen mit GPS-Tracks, Einrichtung von naturnahen Lagerplätzen, ggf. Einbindung von Campingplätzen. Projektideen können von engagierten Personen selbst eingebracht werden und in der Community qualifiziert und umgesetzt. Die Betätigungsfelder orientieren sich an aktuellen Entwicklungen für freiwilliges Engagement und sollen die langfristige Betreuung des Trekkingwegs gewährleisten.

•    Unterstützung und Qualifizierung von Multiplikatoren und „Zugpferden“
z.B. zur Web-Administration, Öffentlichkeitsarbeit, rechtlichen Fragen, Fundraising, We-gemanagement und technischen Fertigkeiten. Die Qualifizierung reicht so weit, dass die ausgebildeten Personen weitere Netzwerkmitglieder schulen können.

•    Öffentlichkeitsarbeit:
Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst alle Maßnahmen zur Bekanntmachung des Trekkingnetzwerks und dessen Zielen. Dabei wird der mediale Wandel berücksichtigt und neue Formen gemeinschaftlicher Integration aufgegriffen (Social Media). Bestehende Informationswege werden an die Zielgruppe angepasste Kommunikationsformen angepasst.

Kooperationspartner:

Eifelverein e.V., DAV Eifel-Schleiden e.V., outdoorseiten.net e.V., Naturpark Nordeifel e.V., regionale Campingwirtschaft, Kreis Euskirchen, StädteRegion Aachen, Kommunen

Zeitplan

•    09/2017 – 09/2018: Ansprache von Partnerinitiativen (über den Kreis der o.g. Initialpartner hinaus), Einrichtung der Web-Plattform, Gewinnung eines Grundbestandes an Mitgliedern
•    07/2018 – 12/2018: Recherche & Entwicklung innovativer Kommunikations- und Teilnahmestrukturen, Konzeption und Umsetzungsbeginn Startprojekte, Erweiterung der Öffentlichkeitarbeit, Entwicklung neuartiger Betätigungsfelder
•    01/2019 – 06/2019: Schulung der Multiplikatoren und „Zugpferde“ und Etablierung des Trekkingwegs
•    07/2016 – 12/2017: Überführung in die Verstetigung

Zu erwartende Effekte (z.B. auf Arbeitsmarkt, Infrastruktur, Naturhaushalt, Image etc.)

•    Dauerhafte Sicherung der Pflege, Unterhaltung und Weiterentwicklung der Wanderinfrastruktur in der Eifel
•    Ausbildung von mindestens 30 Multiplikatoren für die Förderung des freiwilligen Engagements im Wanderangebot der Eifel
•    Einrichtung und Verstetigung eines „Trekking-Netzwerks“ für die Organisation des freiwilligen Engagements
•    Schaffung von mindestens einem hochwertigen Angebot für die Wandervariante Trekking
•    Gewinnung junger Zielgruppen für den Aufenthalt in der Eifel

•    Erkenntnisse für innovative Lösungen im Ehrenamt

Ihre Ansprechpartner

Nicolas Gath Nicolas Gath M.A. Regionalmanager Geschäftsführer

Telefon: 02486 / 911122
Email: gath@naturpark-eifel.de

Sascha SchmitzLea Schenkelberg M.Sc. Ko-Regionalmanagerin

Telefon: 02486 / 801647
Email: schenkelberg@naturpark-eifel.de

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen. >>


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