Baum-Icon Nehmen Sie Kontakt mit uns auf Menü-Icon

Barrierefreier Tourismus 2.0 in der Erlebnisregion Nationalpark Eifel

16.07.2019

Projektträger:  Naturpark Nordeifel e.V.

Ausgangslage:

Bereits seit dem Europäischen Jahr für Menschen mit Behinderung in 2003 hat
der Naturpark Nordeifel e.V. gemeinsam mit regionalen Partnern das Thema
Barrierefreier Tourismus intensiv und nachweisbar erfolgreich bespielt.
Zahlreiche Maßnahmen im infrastrukturellen Bereich, der touristischen
Serviceketten, zur Qualifizierung, zur Sensibilisierung, zur Kommunikation und
zur Entwicklung touristischer Pauschalen wurden umgesetzt.
Ziel ist bis heute die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen,
Senioren, Eltern mit Kinderwagen und Personen, die in Ihrer Beweglichkeit oder
Wahrnehmung eingeschränkt sind, an der Schönheit und Vielfalt der Eifler
Landschaft. Zudem sollen die erheblichen Gästepotenziale erschlossen, dem
demographischen Wandel Rechnung getragen und durch die Erweiterung des
barrierefreien naturtouristischen Angebots ein wichtiger Beitrag zur
Regionalentwicklung geleistet werden. Über 3 Mio. € Fördermittel konnten
durch den Naturpark in den letzten Jahren alleine in diesem Themenfeld
akquiriert werden.
Insbesondere durch die Vermarktung der Angebote auf der Internetseite
www.eifel-barrierefrei.de und durch die gleichnamige Broschüre ist es in enger
Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern und Akteuren gelungen innerhalb
kürzester Zeit das Thema „Barrierefreier Tourismus“ als ein Schwerpunkt mit
entsprechender Außenwirkung in der Region zu verankern und sich als
barrierefreie Urlaubsdestination zu etablieren. Als starke Partnerschaft hat sich
die Zusammenarbeit des Naturparks Nordeifel, des Nationalparks Eifel und
touristischen Arbeitsgemeinschaften herausgestellt, die gemeinsam eine
Voreiterrolle für die Region einnehmen und durch Maßnahmen deutlich
machen, dass sich die Belange des Naturschutzes und die der Barrierefreiheit
nicht widersprechen, sondern hervorragend ergänzen können.
Das langjährige Engagement führte nicht nur zu hochkarätigen
Auszeichnungen wie dem Deutschen PR-Preis, sondern auch zu
deutschlandweiter Wahrnehmung, welche durch den Besuch vom damaligen
Bundespräsidenten Horst Köhler einen Höhepunkt erlebte.
War das Thema barrierefreier Tourismus in den 00er Jahren noch ein
Nischenfeld, so ist es heute elementarer Bestandteil der deutschen
Tourismusbranche. Zahlreiche Regionen haben den Wert und das Potential
erkannt und die Konkurrenzsituation innerhalb der Deutschen Destinationen um
dieses Thema verschärft. Insbesondere durch Einführung des
Zertifizierungssystems „Reisen für Alle“ liegt nun auch ein deutschlandweit
einheitlicher Standard für barrierefreies Reisen vor, an dem sich die Regionen
qualitativ messen lassen.
Auf Ebene der Tourismusregion Eifel finden zudem auf rheinland-pfälzischer
Seite umfangreiche Aktivitäten im Rahmen der sogenannten „Modellregionen
für barrierefreien Tourismus“ statt. Dort wird mit Unterstützung des Landes der
Ausbau barrierefreier Infrastruktur und Investitionen privater Betriebe auf
Grundlage der Zertifizierung „Reisen für Alle“ gefördert. Damit besteht in der
nordrhein-westfälischen Eifel Bedarf, diesen Qualitätsstandard zu erfüllen, um
künftig Klarheit und Sicherheit in der Kommunikation barrierefreier Angebote
und Produkte in der gesamten Tourismusregion Eifel zu gewährleisten.
Vor diesem Hintergrund haben Vertreter des Naturparks Nordeifel, des
Nationalparks Eifel, der Nordeifel Tourismus GmbH, des Rureifel Tourismus
e.V., der Monschauer Land Touristik e.V. und der Eifel Touristik GmbH den
künftigen Handlungsbedarf in der Erlebnisregion Nationalpark Eifel erörtert, um
auch künftig als barrierefreie Reiseregion wahrgenommen zu werden.
Hierzu wurde im Rahmen von drei fachlich begleiteten Workshops der Status-
Quo entlang der touristischen Servicekette erfasst, um darauf aufbauend den
Handlungsbedarf abzuleiten.

Projektziele:

Umfassende Beratungen und Qualifizierungen der Akteure aus
Gastronomie, Übernachtung, Ausflugsziele, Touristische
Informationspunkte, Verkehrsdienstleiter im Thema Barrierefreier
Tourismus sowie Teilförderung der Zertifizierung „Reisen für Alle“

Entwicklung von buchbaren TOP-Angeboten auf Grundlage bestehender
barrierefreier Naturerlebnisangebote und unter Berücksichtigung der
touristischen Servicekette


Entwicklung von Vermarktungsmaterial (Fotos, Texte, Broschüren u.a.)


Aufbau eines förderunabhängigen Wissens-Netzwerks „Barrierefreiheit“


Aufbau einer förderunabhängigen Beratungs- & Qualifizierungsstruktur
zum Thema barrierefreier Tourismus

Projektmaßnahmen und Begründung:
Um den künftigen Förderbedarf begründen zu können, wurde zunächst der
Status-Quo der Erlebnisregion Nationalpark Eifel im Themenfeld barrierefreier
Tourismus anhand der touristischen Servicekette kritisch analysiert. Durch die
touristischen Arbeitsgemeinschaften wurde eine Übersicht der bestehenden
Gastronomie- und Unterkunftsbetriebe erstellt, welche bereits Anforderungen
der Barrierefreiheit berücksichtigen. Hierauf aufbauend konnte die touristische
Servicekette bewertet werden:


Servicekettenglied Vorbereiten, Informieren und Buchen:
Eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit über die Chancen eines barrierefreien
Tourismus und seinen ökonomischen Impulsen diente bereits 2003/4 zu Beginn
der Projektinitiative „Eifel barrierefrei“ der Information und Sensibilisierung
regionaler Leistungsträger. Vermittelt wurde den touristischen Akteuren, dass
schon mit überschaubarem Aufwand große Schritte auf dem Weg zur
Barrierefreiheit möglich sind. Bereits mit der Bereitstellung angemessener und
zielgruppenorientierter Informationen über die Bedingungen vor Ort wird einem
großen Teil von Menschen mit Beeinträchtigung der Zugang zu vielen
Angeboten ermöglicht.
In der Erlebnisregion Nationalpark Eifel ist seit 2006 das Portal www.eifelbarrierefrei
die zentrale Anlaufstelle für barrierefreies Reisen in die Region. Im
barrierefreien Tourismus spielt die genaue Planung und somit die
Informationsbeschaffung im Vorfeld der Reise eine zentrale Rolle. Die
Bereitstellung gebündelter, zielgruppengerechter Informationen über die
Zugänglichkeit vorhandener Angebote ist eine kostengünstige und effektive
Maßnahme zum Abbau von Barrieren in touristischen Zielgebieten. Doch auch
wenn durch die Internetplattform www.eifel-barrierefrei.de eine zentrale
Anforderung der Zielgruppe bereits besteht, ist die Internetpräsenz mittlerweile
stark überaltert und bedarf dringend einer grundlegenden Überarbeitung.
Im Rahmen des EFRE-Projekts „Sehnsuchtsziel Natur: Schulungs- und
Qualifizierungsveranstaltungen zur Angebots-/ Produktentwicklung im
Naturtourismus von Nordrhein-Westfalen“ wurden u.a Workshops bezüglich der
Darstellung und Vermarktung barrierefreier Naturerlebnisse aller
Großschutzgebiete der Eifel beim Projektpartner Eifel Tourismus (ET)
durchgeführt. Dort wurde das gemeinsame Ziel definiert barrierefreie
Naturerlebnisangebote künftig auf einer eifelweiten gemeinsamen Website auf
Basis der Datenbank aus barrierefrei.gastlandschaften.de zu präsentieren. Dies
vor dem Hintergrund, dass sowohl in NRW als aus RLP der Eifel umfangreiche
Förderprojekte zur Entwicklung & Ausbau einer barrierefreien Tourismus
stattfinden (z.B. Modellregionen Barrierefrei) und ein Flickenteppich aus
unterschiedlichen Projektseiten zum selben Thema vermieden werden soll. Als
Domain wird die ehemals ausschließlich auf den Naturpark Nordeifel
fokussierte www.eifel-barrierefrei.de genutzt werden. Die technische
Umsetzung wird nach Rücksprache mit den Großschutzgebieten durch die Eifel
Tourismus GmbH erfolgen. Grundlage der Datenbank ist Deskline und hat als
einheitliches Qualitätskriterium die Darstellung von (bestehenden) Deskline-
Angeboten zum Ziel, welche nach Reisen für Alle zertifiziert wurden. Auf der
Internetseite selbst werden barrierefreie TOP-Angebote bedürfnissorientiert
und durch emotionale Ansprache aufgearbeitet. Damit kann das Thema
barrierefreier Tourismus auf die (Vermarktungs-)ebene der Destination Eifel
gehoben, ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Projektinternetseiten
vermieden und eine langfristige Betreuung der Internetseite über
Projektzeiträume hinaus gewährleistet werden. Im Rahmen des LEADERProjekts
werden Inhalte zur Erlebnisregion Nationalpark Eifel für die Website
erarbeitet.


Servicekettenglied An- und Abreise:
Eine ausreichende Zahl barrierefreier Mobilitätsangebote aller Verkehrsmittel
und die Orientierung vor Ort durch Hilfsmaßnahmen (Informationszeichen oder
-tafeln, Gehwegmarkierungen usw.) sollten zum Ausstattungsstandard
erfolgreicher barrierefreier touristischer Destinationen gehören. In der Nordeifel
sind insbesondere die „letzten Meter“ per ÖPNV problematisch. Der Weg von
Bus- und Bahnhaltestellen zu den einzelnen Angeboten ist noch unzureichend
organisiert. Teilweise fehlen Transportmöglichkeiten zu den
Naturerlebnisangeboten der Region. Erste Verbesserungsmaßnahmen
umfassen den Transport durch Taxiunternehmen, welche sich auf die
Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen einstellen. Dies betrifft im
Schwerpunkt jedoch v.a. Krankentransporte. Eine Sensibilisierung von
Transportunternehmen und auch die Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern
für mobilitätseingeschränkte Tages- und Übernachtungsgäste ist erforderlich.


Servicekettenglied Ankommen und Orientieren:
Die Naturzentren in der Eifel, die fünf Nationalpark-Tore, das
Nationalparkzentrum und Besucherzentrum in Vogelsang locken mit
Ausstellungen und Programmen jährlich viele Hunderttausend Besucher in die
Region, für die Schulen aus dem Großraum Köln/Bonn/Aachen bieten sie
attraktive Ziele für Tagesausflüge und Klassenfahrten. Das Projekt "Netzwerk
Naturzentren", umgesetzt in den Jahren 2007 bis 2010 hatte das Ziel
Naturausstellungen, Besucherbergwerke und Programmanbieter für die
zukünftigen Anforderungen eines barrierefreien Tourismus zu stärken. D.h. die
Zugänglichkeit von Naturerlebniseinrichtungen und Nationalpark-Toren zu
optimieren, Medien barrierefrei zu gestaltet, Personal in großem Umfang zum
barrierefreien Serviceangebot und im Umgang mit behinderten Besuchern zu
schulen und Pauschal-Angebote zu entwickeln wie z.B. „Rureifel barrierefrei –
Angebote für integrative Schul- und Gruppenfahrten“. Als Experte und Berater
im Bereich barrierefreier Tourismus wurde die damalige Nationale
Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. (heute: Tourismus für Alle
Deutschland e.V. NatKo), als Vertreter der zehn großen
Bundesbehindertenverbände in Deutschland, beauftragt das Projekt zu
begleiten. Die Sensibilisierungsmaßnahmen liegen jedoch mehr als 8 Jahre
zurück und sollten dringend erneuert werden.


Servicekettenglied Wohnen & Schlafen, Essen und Trinken:
Substanziell war die Erlebnisregion Nationalpark Eifel bereits solide mit
barrierefreien Übernachtungs- und Gastronomiebetrieben ausgestattet. 14
barrierefreie Unterkunftsbetriebe wurden durch die Nationale
Koordinierungsstelle Tourismus für Alle geprüft, qualifiziert und
zielgruppengerecht beschrieben. Unterschieden wurde dabei zwischen
Angeboten für gehbehinderte und Rollstuhl nutzende Gäste, schwerhörige und
gehörlose Personen, sehbehinderte und blinde Gästen, Gäste mit
Lernschwierigkeiten, Familien und Senioren. Von diesen 14 Betrieben bestehen
heute lediglich 9 Stück mit einer sinkenden Tendenz. Hier besteht großer
Handlungsbedarf. Eine weitere große Lücke stellen derzeit Gruppenunterkünfte
für Reisegruppen dar. Mittelfristig ist zudem eine „aktualisierende“ Zertifizierung
nach „Reisen für Alle“ notwendig. Lediglich 3 Betriebe tragen derzeit diese
Auszeichnung (Nationalpark Gästehaus Heimbach, die Jugendherberge
Nideggen, Eifel-Chalet „Haus Buntspecht). Die Auszeichnung nach „Reisen für
Alle“ ist auch als Grundlage für Kommunikations- und Marketingmaßnahmen
relevant. Z.B. kommunizieren NRW Tourismus, ADAC oder die DZT
ausschließlich zertifizierte Angebote. Diese Vorteile sollten verstärkt an die
Betriebe kommuniziert werden.


Servicekettenglied Freizeit & Sport:
Seit 2003 wurden durch den Naturpark Nordeifel zahlreiche
Infrastrukturprojekte zur Einrichtung barrierefreier Naturerlebnisangebote
umgesetzt. Die Region ist hier deutschlandweit vorbildlich ausgestattet. Als
Beispiel sind hier der barrierefreie Moorpfad in Dahlem oder der barrierefreier
Heckenweg in Monschau-Höfen genannt und ergänzen das bestehende Image
als Naturerlebnisregion hervorragend
Hervorzuheben ist weiterhin das Kooperationsprojekt des Naturparks Nordeifel
und der Eifelhöhen-Klinik, innerhalb dessen der barrierefreie Landschaftspfad
in Nettersheim-Marmagen als Modellprojekt mit Vorbildcharakter umgesetzt
wurde. An der Eifelhöhen-Klinik, einer großen Rehabilitationseinrichtung,
bestanden optimale Voraussetzungen für einen barrierefreien Erlebnispfad zur
Natur- und Kulturlandschaft der Kalkeifel. Nicht zuletzt wurden bei den
genannten Angeboten alle wichtigen zielgruppenspezifischen Informationen für
Menschen mit Behinderung in einem Faltblatt zusammengefasst und mit
Piktogrammen gekennzeichnet (Gesamtübersicht aller Naturerlebnisangebote:
www.eifel-barrierefrei.de).
Darüber hinaus ist bis heute der Nationalpark Eifel mit seinen vielfältigen
Aktivitäten im Bereich des barrierefreien Naturerlebnises vorbildhaft und belegt
bei der Qualität der Barrierefreiheit deutschlandweit einen Spitzenplatz.
Mit Verknüpfung der bestehenden Angebote hat die Nordeifel Tourismus GmbH
in Kooperation mit dem Naturpark Nordeifel e.V. buchbare Tages- und
Übernachtungspauschalen „Nordeifel aktiv - Natur für alle“ für die Zielgruppen
Rollstuhlfahrer und Senioren geschaffen. Im Rahmen eines Tagesausflugs
können diese Zielgruppen zum Beispiel den barrierefreien „Natur-Erlebnisraum
Wilder Kermeter" bei einer geführten Wanderung mit einem Nationalpark-
Ranger oder zertifizierten Nationalpark-Waldführer kennenlernen. Auch ein
Besuch der ehemaligen NS-„Ordensburg" Vogelsang ist Bestandteil bei einigen
Tages- und Übernachtungsangeboten. Bei Mehrtagesangeboten sind die Gäste
bei Nationalpark-Gastgebern untergebracht, die auf Barrierefreiheit geprüft
sind.
Die Entwicklungen der genannten Angebote fällt zeitlich vor die Einführung des
deutschlandweiten Zertifikats „Reisen für Alle“ und berücksichtigen in der Regel
maximal die damaligen Anforderungen der NatKo. Aktuell ist in der Region das
Besucherzentrum Vogelsang IP, die Nationalpark Ausstellung
„Wildnis(t)räume“ sowie die Dauerausstellung der NS-Dokumentation
Vogelsang „Bestimmung Herrenmensch“, der „Wilde Weg“ im Nationalpark Eifel
und die 5 Nationalpark-Tore, der Wilde Kermeter, die Kutschfahrt von
Vogelsang nach Wollseifen, die Bird Watching Station (Nationalpark) sowie die
Rothirschaussichtsemporte nach „Reisen für Alle“ zertifiziert. Eine Zertifizierung
der vielen weiteren Angebote ist notwendig. In diesem Zuge sollte der
Instandsetzungsbedarf einzelner barrierefreier Naturerlebnisangebote
überprüft werden sowie die Neuentwicklung von buchbaren TOP-Pauschalen.


Servicekettenglied Service und Assistenz:
14 (barrierefreie) Gastronomie- und Unterkunftsbetriebe nahmen innerhalb des
o.g. Kooperationsprojekts von Nationalpark Eifel und Naturpark Nordeifel an
einer speziellen Qualifizierung teil. Dieses Projekt umfasste eine Begutachtung
der Betriebe durch die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. und
eine Schulungsveranstaltung mit Sensibilisierungsübungen, die den Betreibern
und Mitarbeitern der Betriebe den Umgang mit Gästen mit Behinderung
näherbrachte und somit zu einer Optimierung ihre Servicequalität führte. Eine
weitere Qualifizierungsrunde für Gastgeber wurde letztmalig 2011 durchgeführt.
Hier besteht Aktualisierungsbedarf unter Einbezug weiterer KMUs.


Servicekettenglied Unterhaltung & Kultur / Shopping:
Dieser Punkt der touristischen Servicekette wurde von den Projektpartnern als
weniger relevant eingestuft und wurde nicht untersucht.
8. Projektablauf/ Zeitplan (ggf. aufgeteilt in Abschnitte):
Baustein 1: Beratung & Qualifizierung der Akteure, Gastronomie,
Übernachtung, Ausflugsziele
Vor dem Hintergrund teilweise veralteter Zertifizierungen in der Erlebnisregion
Nationalpark Eifel, geforderter Auszeichnungen nach „Reisen für Alle“ durch
überregionale (Vermarktungs-)Organisationen und Qualifizierungs- sowie
Sensibilisierungsstau bei touristischen Akteuren, fokussiert dieser Baustein die
Beratung & Qualifizierung zum barrierefreien Tourismus. Ziel ist die (weitere)
Sensibilisierung als auch Akquise zur Mitwirkung der Region am Thema.
Hierzu zählen:


• Zielgruppenspezifische Infoveranstaltungen inkl. Hinweisen auf
Fördermöglichkeiten (Einbeziehung Wirtschaftsförderung und / oder
Kreisbauämtern) und spätere Vermarktung (Winter 2020)


• Schulungen „Reisen für Alle“ für Touristiker, beteiligte Akteure, Erheber
(Winter 2020)


• Durchführung von „Quick-Checks“ durch einen externen Anbieter bei bis
zu 50 gewonnenen Einrichtungen (Gastronomie, Übernachtung,
Ausflugsziele, TIs, Verkehrsdienstleister), um eine erste Einschätzung
und fundierte Beratung auf dem Weg zur Barrierefreiheit (Zertifizierung)
geben zu können (Frühjahr / Sommer 2020)


• 5 Vertiefungsangebote zu regional gewünschten Themen in der
barrierefreien touristischen Servicekette sowie zur Qualifizierung &
Vorbereitung der Zertifizierung (Sommer 2020 – Frühjahr 2022)


• Anschließend (teilweise geförderte) Zertifizierung bei ausgewählten
Einrichtungen (Eine Präsenzschulung sowie die Erhebung im Rahmen
von „Reisen für Alle“ soll für die Betriebe gefördert werden. Die Kosten
für die Zertifizierung sollen die Betriebe selbst aufbringen.) (Sommer
2021/2022)


Baustein 2: Produktentwicklung, Kommunikation und Vermarktung
Mit der Internetseite www.eifel-barrierefrei.de, diversen Flyern und Pauschalangeboten
bestehen bereits wichtige Säulen der Kommunikation zum Thema
Barrierefreiheit in der Erlebnisregion Nationalpark Eifel. In den Workshops
wurde die Überarbeitung der Internetseite als wichtiger Meilenstein benannt,
welche künftig auch buchbare TOP-Angebote beinhalten soll und eine
emotionale Ansprache der Gäste und Beratungsangebote für touristische
Leistungsträger der Region bietet (z.B. Fördermöglichkeiten, Hinweise zur
barrierefreien Gestaltung der Unterkunft u.ä.). Zudem soll eine Contenstrategie
künftig die Ansprache der Zielgruppen erleichtern und Gäste durch
Marketingaktivitäten wie beispielsweise Imagebroschüren sowie Text-, Bildund
Videomaterial erreicht werden. Ergänzend sollen Expedientenreisen und
Presse-/Bloggerveröffentlichungen das Image als barrierefreie
Naturerlebnisregion stärken. Im Bereich der barrierefreien Angebotsgestaltung
und der daran geknüpften Kommunikation wird darüber hinaus die im EFREProjekt
Sehnsuchtsziel Natur mit allen Eifel-Schutzgebieten erarbeitete Vision
zum Naturtourismus aufgegriffen. Die Vision richtet sich nach den Bedürfnissen
der Gäste und greift dabei die Kernwerte der Eifel als auch die Stärken der
Schutzgebiete.
Anhand des Projekts ist die Ausgangslage geschaffen, innerhalb der Region
aber auch eifelweit Angebote zu vernetzen und zu kommunizieren, die den
Aufenthalt insbesondere von Übernachtungsgästen steigern und somit die
touristische Wertschöpfung in der Projektregion nachhaltig verbessert.


• Auftakt- & Abschlussveranstaltung zur Präsentation und Vermarktung
der Projektinhalte (Winter 2020 / Sommer 2022)


• Produktentwicklungsworkshops inkl. bedürfnisorientierter / emotionaler
Zielgruppenansprache und Entwicklung von mind. 3 TOPPauschalangeboten
(Winter 2020 – Sommer 2022)
• Textredaktion (inkl. Beratungsinhalte zu bestehenden
Fördermöglichkeiten, Best-Practice Beispiele, Leitfäden u.a.) (Sommer
2021)
• Entwicklung von Foto- und Videomaterial und sonstige grafische
Leistungen für www.eifel-barrierefrei.de (Herbst 2021 - Sommer 2022)

• Gestaltung und Vermarktung von Printprodukten (Winter/Frühjahr 2022)
• Expedientenreisen (Frühjahr / Sommer 2022)
• Presse- und Bloggerreisen (Frühjahr / Sommer 2022)


Baustein 3: Projektkoordination und regionale langfristige Koordinations-
& Beratungsstelle(n)


Eine Herausforderung der letzten Jahre war die Gewährleistung einer
langfristigen Betreuung der Region in Sachen barrierefreier Tourismus.
Regelmäßige Sensibilisierungsmaßnahmen und Fortbildungen konnten nicht
flächendeckend realisiert werden. Durch das künftige Förderprojekt sollen
daher erste nachhaltige Strukturen entwickelt werden. Hierzu ist die Fortbildung
von „Barrierefrei-Koordinatoren“ vorgesehen. Diese werden im Projektverlauf
zu allen relevanten Aspekten der Barrierefreiheit geschult und nehmen an den,
durch ein externes Büro durchgeführten, „Quick-Checks“ teil, um künftig auch
eigenständig KMUs beraten zu können (siehe Projektbaustein 1). Da
Personalfluktuationen in der Regel mit Herausforderungen im Wissenstransfer
verbunden sind, sollen mindestens 5 Koordinatoren ausgebildet werden und so
ein „Wissensnetzwerk“ zum Thema barrierefreier Tourismus innerhalb der
Region bilden. Ergänzend soll langfristig ein „Netzwerk Barrierefreiheit“ in der
Region etabliert werden. Relevante Akteure, die im Rahmen des Projektes
recherchiert werden, sollen zu regelmäßigen Treffen zusammenkommen, um
sich über das Thema Barrierefreiheit auszutauschen und es in der Region
weiterzuentwickeln.
Im Rahmen des Projektes soll ferner eine digitale „Beratungsdatenbank“
entstehen. Sie soll dazu dienen, den Touristikern, öffentlichen Einrichtungen,
Leistungsträgern, lokalen Bau- und Handwerksunternehmen sowie weiteren
Dienstleistern umfangreiche Informationen zum Projekt und dem Thema
Barrierefreiheit zur Verfügung zu stellen. Denkbare Inhalte wären z.B.
Fördermöglichkeiten für Umbaumaßnahmen, Best-Practice Beispiele,
Beratungsbüros, Leitfäden u.a. Die Beratungsdatenbank soll nach Möglichkeit
auf www.eifel-barrierefrei.de eingebunden werden oder anderen geeigneten
Plattformen.
Das gesamte Projekt soll durch eine Vollzeitstelle koordiniert und betreut
werden.


• Umfangreiche Schulung und Fortbildung des Projektmanagers durch
Teilnahme am Qualifizierungsprojekt (Baustein 1) inkl. Quick-Checks und
Erheberausbildung (gesamte Projektlaufzeit)
• Aufbau eines Wissensnetzwerks durch Fortbildung von 5 Barrierefreie-
Koordinatoren (Ausbau der Beratungskompetenz für die Region)
(gesamte Projektlaufzeit)
• Aufbau einer Beratungsdatenbank für Touristiker, öffentliche
Einrichtungen, Leistungsträger, lokale Bau- und Handwerksunternehmen
und weitere Dienstleister (Herbst 2021 – Sommer 2022)
• Organisation eines nachhaltigen Netzwerks zur langfristigen Begleitung
des Themas in der Region (gesamte Projektlaufzeit)

 

Foto: Tourismus NRW

Ihre Ansprechpartner

Nicolas Gath Nicolas Gath M.A. Regionalmanager Geschäftsführer

Telefon: 02486 / 911122
Email: gath@naturpark-eifel.de

Sascha SchmitzSascha Schmitz M.A. Regionalmanager

Telefon: 02486 / 801647
Email: schmitz@naturpark-eifel.de

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete unter Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen. >>


leader leader leader leader Service Check Logo