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„Die GenoEifel bringt Menschen zusammen“ Auftaktveranstaltung in Mechernich

19.07.2018

Mechernich – Es sind die kleinen Probleme des Alltags, die besonders für ältere Menschen oft zu großen Problemen heranwachsen. Wer wechselt mir eine Glühbirne? Wer begleitet mich zum Arzt? Wer macht meine Biotonne sauber? Für all diese Kleinigkeiten finden sich keine Firmen, die das übernehmen.
Im südlichen Kreis Euskirchen gibt es aber seit etwas mehr als einem Jahr die GenoEifel eG – die Generationengenossenschaft. Und die hat sich jetzt in der letzten Kommune der Leader-Region Eifel im Kreis Euskirchen, in der Stadt Mechernich, vorgestellt.


Rund 30 Interessierte lauschten aufmerksam den Worten von GenoEifel-Vorstandssprecher Malte Duisberg und Koordinatorin Corinne Rasky. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hatte die Gäste und die Referenten zuvor begrüßt und festgestellt: „Die Probleme gibt es nicht nur in Kall, wo die GenoEifel ihr Büro hat, sondern auch in anderen Regionen.“
Unter den Besuchern waren auch zahlreiche Ortsvorsteher. „Wir haben Sie als Multiplikatoren eingeladen, damit Sie das Thema in Ihre Ortschaft tragen“, erklärte Schick. Denn die Menschen vor Ort wissen, wer eventuell Hilfe benötigt oder Hilfe anbieten kann. „Diejenigen sollten überzeugt werden, Mitglied in der Genossenschaft zu werden.“ Auch sogenannte Kümmerer, die als Bindeglied zwischen Ort und GenoEifel dienen, werden gesucht.

Hilfe-Helfer-Netzwerk

Die GenoEifel ist ein sogenanntes Hilfe-Helfer-Netzwerk. Menschen, die in bestimmten Dingen Unterstützung brauchen, schließen sich ihr ebenso an wie Menschen, die Unterstützung anbieten. „Die GenoEifel bringt Menschen zusammen“, meint Malte Duisberg. Damit erfüllt sie auch einen wichtigen Beitrag zum Thema Alterseinsamkeit.
Früher lebten Helfer und Hilfesuchende in einem Haushalt zusammen. Die Eifel war geprägt davon, dass drei Generationen unter einem Dach lebten. Diese Zeiten sind aber vorbei, vor allen Dingen, da viele Berufstätige Pendler sind. „Morgens führt der Zug der Lemminge zum Bahnhof, abends zurück. Zurück bleiben die Senioren“, erklärt Duisberg.
Geändert hat sich aber auch, dass die Menschen im Alter immer fitter sind. „Sie wollen noch etwas schaffen und leisten“, sagt Duisberg. „Menschen gehen später ins Altersheim, oft erst mit Ende 80“, weiß er als Geschäftsführer der Stiftung evangelisches Altenheim Gemünd nur allzu gut. Die ein oder andere Hilfestellung ist dann aber angebracht. Statt von einem Dreigenerationenhaushalt spricht Duisberg von einer Mehrgenerationenregion.
Das Themenspektrum wächst ebenso wie die Mitgliederzahl stetig. Etwa 200 Menschen im südlichen Kreis Euskirchen haben sich der GenoEifel mittlerweile angeschlossen. Angebot und Nachfrage gibt es in den verschiedensten Bereichen – von Einkaufsdiensten und Mitfahrgelegenheiten über das gemeinsame Spielen von Gesellschaftsspielen bis hin zu Hilfe im Umgang mit Computer oder beim Ausfüllen von Formularen. All diese Angebote funktionieren unter der Prämisse, dass professionellen Dienstleistern keine Konkurrenz gemacht wird. „Sobald es sich um einen Gewerbegegenstand handelt, dürfen wir es nicht anbieten“, erklärt Corinne Rasky.

Mitgliedschaft ist Grundvoraussetzung

Wer die Dienste der GenoEifel nutzen möchte, egal ob als Helfer oder als Hilfesuchender, muss Mitglied der Genossenschaft werden. Dazu muss einmal ein Anteil von 50 Euro gezeichnet werden, der wie eine Kaution funktioniert – tritt man aus, erhält man das Geld zurück. Der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro pro Person oder pro Haushalt (für Jugendliche bis 21 Jahre: zwölf Euro).
Wer einen Dienst in Anspruch nimmt, zahlt neun Euro pro Stunde, von denen sechs an den Helfer und drei an die Genossenschaft gehen, die damit die drei Bürokräfte bezahlt. Der Helfer kann die sechs Euro auch einem Zeitkonto gutschreiben, das er als Hilfesuchender auch nutzen kann. Helfer müssen darüber hinaus ein erweitertes Führungszeugnis abgeben.
Für Hilfesuchende, die sich die neun Euro nicht leisten können, wurde ein Hilfsfonds gegründet, der derzeit aufgebaut wird. Die Kriterien, wer das Geld daraus in Anspruch nehmen kann, werden momentan von der GenoEifel festgelegt. Klar ist, dass für diesen Hilfsfonds Spenden benötigt werden.
Die Resonanz der Gäste aus Mechernich war positiv. Heike Waßenhoven, Ortsvorsteherin in Satzvey, hätte gerne eine separate Vorstellung der GenoEifel bei einem Seniorennachmittag im Dorf. Auch andere Ortsvorsteher, etwa Björn Wassong, neuer Ortsvorsteher in Weyer und Urfey, könnten sich das vorstellen. Bürgermeister Schick hat damit genau das erreicht, was er wollte. „Der erste Schritt war diese Info-Veranstaltung, der zweite ist, dass die GenoEifel in die Orte gebracht wird.“

Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Quelle: pp/Agentur ProfiPress am 17.07.2018


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