Mit dem Projekt „Viertelhaus Monschau“ soll in der historischen Altstadt ein öffentlich zugängliches Musterhaus mit Beratungszentrum für die denkmalgerechte und bestandswahrende Altbausanierung entstehen. Gleichzeitig soll das Haus als multifunktionaler Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen und damit zur Belebung der Altstadt beitragen.
Ausgangspunkt des Projekts ist der zunehmende Leerstand historischer Gebäude in Monschau. Schätzungsweise ein Viertel der Häuser in der Altstadt steht derzeit leer oder wird nur teilweise genutzt. Dadurch droht langfristig nicht nur der Verlust wertvoller historischer Bausubstanz, sondern auch eine Schwächung des einzigartigen, überregional bekannten Altstadtensembles. Leerstände in historischen Ortskernen sind zudem ein verbreitetes Problem in vielen Städten und Dörfern.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, soll das Gebäude Kirchstraße 30 instandgesetzt und zu einem Musterhaus für Altbausanierung entwickelt werden. Ziel ist es, einen zentralen Anlaufpunkt für Eigentümerinnen und Eigentümer, Kaufinteressierte, Handwerker und Planer zu schaffen. Dort können sich Interessierte über Themen wie denkmalgerechte Sanierung, modernes Wohnen in historischen Gebäuden, ökologische Baustoffe, energetische Sanierungsmöglichkeiten sowie Förderprogramme informieren.
Das Beratungsangebot soll bewusst niedrigschwellig gestaltet werden. Die Unterstützung erfolgt nach dem Prinzip „von Bürger zu Bürger“ durch Menschen, die selbst praktische Erfahrungen mit der Sanierung historischer Gebäude gesammelt haben. Ergänzend wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der amtlichen Denkmalpflege umgesetzt. Vorbilder für das Konzept sind unter anderem das Fachwerkmusterhaus „Auf der Börse 1“ in Wanfried sowie das Altbau-Beratungs- und Informationszentrum des Landkreises Gießen in Grünberg.
Neben der Beratungsfunktion soll das Viertelhaus auch als neuer Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen. Die Monschauer Altstadt hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Einwohner verloren, nicht zuletzt durch den Rückgang sozialer Infrastruktur. Das Viertelhaus soll daher Raum für Begegnung, Austausch und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten. Zum Gebäude gehört auch ein größerer Garten, der beispielsweise für kleine Veranstaltungen oder nachbarschaftliche Treffen genutzt werden kann – eine Möglichkeit, die viele Grundstücke in der dicht bebauten Altstadt nicht bieten.
Mit dem Projekt soll ein Modell geschaffen werden, das nicht nur zur Erhaltung der Monschauer Altstadt, sondern auch zur Revitalisierung historischer Ortskerne in anderen Regionen beitragen kann.
Projektträger: ISG Monschau e.V.
Nehmen Sie
Nicolas Gath M.A. Regionalmanager Geschäftsführer
Lea Schenkelberg M.Sc. Ko-Regionalmanagerin
Susanne Graul


